Flowers, Bells and Water – Decolonizing Turns

Flowers, Bells and Water – Decolonizing Turns

24.06. – 26.06.2022 im schwere reiter

Von und mit CHAKKARs – moving interventions

 

CHAKKARs – moving interventions will Räume schaffen, in denen postmigrantische und anti-rassistische Perspektiven verhandelt werden. In der Installation flowers, bells and water loten die beteiligten Tänzer*innen Fragen zu Herkunft, Identität, Markierung und Ausschlussmechanismen im Tanz aus. In Bezug auf die Wahrnehmung von Körpern und Körperkulturen im Zeitgenössischen Tanz, laden sie auch die Besucher*innen dazu ein, sich auf eine Dekolonisierung ihrer Blicke und Blickrichtungen einzulassen. Auf dem abschließenden Panel wird das Thema „Decentering the Contemporary“ diskutiert.

 

 

Flowers, Bells and Water – Decolonizing Turns

24.06. – 26.06.2022 im schwere reiter

 

 

In der performativen Installation flowers, bells and water – decolonizing turns kollidieren Ästhetiken und Identitäten: Weißsein, People of Color-Perspektiven, Migrations- und Kolonialgeschichten werden kritisch betrachtet und Eurozentrismus – so der Versuch – „desorientiert“.

 

Im Prozess der Begehung und Begegnung im Raum wird das Material der Tänzerinnen Sandra Chatterjee und Monika Lilleike sichtbar gemacht und dabei neu perspektiviert. Markierungen der Identifikation (markers of identification), wie Rasse (Weiß-sein/Nicht-Weißsein) und die Codes ethnisierter und kulturalisierter Verkörperungspraktiken werden in den Blick gerückt. Aufbauend auf der Installation From Where you Have to Go East to get to ‚the ´West,’ die erstmalig bereits im Juni 2019 im Köşk, München  stattfand, wird der Raum nun zusätzlich erweitert und inhaltlich vertieft durch die Arbeiten der Tänzerin Duduzile Voigts und des Choreographen Hari Krishnan

 

Das Format ermöglicht eine künstlerische und theoretische Auseinandersetzung mit Identitätspolitiken und historisch situierten Migrations- und Kolonialgeschichten, die nicht oft gemeinsam betrachtet werden: die deutsche Kolonialgeschichte, indische und hawaiianische Unabhängigkeitsbewegungen werden in der offenen Konstellation der performativen Installation nebeneinander aufgefächert. 

 

Die Installation im schwere reiter wirft zudem einen Blick auf die deutsche Kolonialgeschichte in South West Africa/Namibia, u.a. mit einer Performance Intervention von Monika Lilleike. Mit ihrer performance presentation Ngithanda ukudansa emanzini – I like to dance in water tanzt Duduzile Voigts ihre Erfahrungen als Schwarze Surferin, die sich durch eine rassistische und männlich dominierte Welt bewegt. Durch den Tanz im Wasser definiert sie sich neu und imaginiert sich zugleich in afrofuturistische Räume. Hari Krishnan und Sandra Chatterjee erarbeiten für das schwere reiter gemeinsam ein Stück zu ihren Fragen an die Möglichkeiten von „decolonizing turns“ und die Auflösung post/kolonialer Blicke auf Zeitgenössischen Tanz.

 

Den Abschluss bildet das Podiumsgespräch „Decolonizing Turns. Decentering the Contemporary” mit Sabine Sörgel, Hari Krishnan, Tümay Kılınçel und Melmun Bajarchuu . Im Austausch von künstlerischen und forschenden Positionen soll es zum einen um die kritische choreographische Arbeit mit nicht-euro- zentrischen Bewegungssprachen und Tanzformen gehen und zum anderen um eine Auseinandersetzung zwischen Bezügen zu Tanz und Kolonialgeschichte. (Das Gespräch wird hauptsächlich in Englisch geführt.)

 

An den Veranstaltungstagen laden Hari Krishnan, Monika Lilleike und Duduzile Voigts die Besucher*- innen jeweils um 19 Uhr (am Sonntag um 10.30 Uhr) zu Welcome Warm-Ups mit Tanz und Bewegung ein, von Hawaiianischem Hula über Zeitgenössischen Afrikanischen und Zeitgenössischem indischen Tanz.

 

Veranstaltet von CHAKKARs – moving interventions, chakkars.moving.interventions@gmail.com

Produktion: Veronika Wagner

Künstlerische Leitung: Sandra Chatterjee, Sarah Bergh, Ariadne Jakoby | www.chakkars.de

 

 

 

 

Flowers, Bells and Water – Decolonizing Turns

24.06. – 26.06.2022 im schwere reiter

 

 

PROGRAMM

 

Freitag, 24.6.22, ab 18 Uhr    

Vernissage 

19 Uhr Welcome-Warm Up mit Monika Lilleike

 

Samstag, 25.6.22, ab 18 Uhr | Performances 20 Uhr

Öffnung Installation / 19 Uhr Welcome-Warm Up mit Hari Krishnan

Performances mit Monika Lilleike, Sandra Chatterjee (Choreographie: Hari Krishnan) und Duduzile Voigts 

 

Sonntag, 26.6.22, ab 10 Uhr | Panel um 11.30 Uhr 

Öffnung Installation / 10:30 Uhr Welcome-Warm Up mit Duduzile Voigts 

Panel: Decolonizing Turns: Decentering the Contemporary 

Mit: Tümay Kılınçel, Hari Krishnan und Sabine Sörgel im Gespräch mit Melmun Bajarchuu                           

 

EINTRITT und PREISE

Installation und Warm-Ups: Eintritt frei  

Performances Eintritt: 17€, erm. 10€ | Paneldiskussion Eintritt: 5€ 

 

VERANSTALTUNGSORT

schwere reiter – tanz, theater, musik (Adresse: Dachauer Str. 114, 80636 München)

 

PRESSEKONTAKT

Lucia Rossi, email: chakkars.moving.interventions@gmail.com

 

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München. 

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.         In Kooperation mit PATHOS e.V. Das Projekt ist Teil des Kulturprogramms von Kanadas Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2021. Es wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada.

 

 

 

Flowers, Bells and Water  – Decolonizing Turns

24.06. – 26.06.2022 im schwere reiter

 

 

Beteiligte Künstler*innen 

 

Hari Krishnan ist Lehrstuhlinhaber und Professor für Zeitgenössischen Tanz an der Wesleyan Universität, Toronto/Kanada und Künstlerischer Leiter der in Toronto beheimateten Kompagnie inDANE. Er ist Tänzer, Choreograph und Wissenschaftler mit dem Forschungsgebiet Bharatanatyam, zeitgenössischem Tanz aus Globaler Perspektive und queer dance. Zudem arbeitet er an der Schnittstelle zwischen Film und Tanz- wissenschaft. Seine Monographie “Celluloid Classism: Early Tamil Cinema and the Making of Modern Bharatanatyam“ (Wesleyan University Press, 2019) erzielte 2020 eine lobende Erwähnung der Dance Studies Association des de la Torre Bueno© First Book Award Committee. Die Arbeit wurde als “unbezahlbare Bereicherung für die Forschung zu Bharatanatyam“ eingeordnet.

 

 

Monika Lilleike, Dr. Phil. in Theaterwissenschaft, Kumu Hula (Hulameisterin), Performance Künstlerin, Regie; geb. in Windhoek/Namibia, lebt in Berlin. MFA Asian Theatre, UH Hawaii/USA (2000); Bunka-Cho Artist-Fellowship, Tokyo/Japan (2003); MA und Promotion Theaterwissenschaft, InterArt Studies, FU Berlin/Deutschland  (2005/2014). Soloperformances und künstlerisch-interdisziplinäre Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen seit 1995. Gründung und Leitung des Zentrums für hawaiianische Bühnen-kunst Hālau Hula Makahikina in Berlin seit 2007. Wissenschaftliche Veröffentlichung: Skinstory—Migratory Experiences and the Transformational Power of Performative Means of Expression (2020). Website: monika-lilleike.de / hula-makahikina.de    

 

 

Duduzile Voigts schloss ein Studium im Zeitgenössischen Afrikanischen Tanz und Psychologie an der Universität von Kapstadt ab. Für ihren Master in Kultur- und Religionswissenschaften untersucht Duduzile die körperlichen Ressourcen zur Heilung im bewegenden Körper. Künstlerisch beschäftigt sich Duduzile mit Themen der Dekolonialisierung, psychosomatischer Heilung und Empowerment. Eine zentrale Thematik in ihrer aktuellen künstlerischen Tätigkeit ist die Beziehung des Menschen zur Natur und der post-koloniale Diskurs hinsichtlich des Verhältnisses zu unserer Umwelt und dem Zugang zu Natur als Privileg. 

 

 

Flowers, Bells and Water – Decolonizing Turns

24.06. – 26.06.2022 im schwere reiter

 

 

PANELDISKUSSION

 

Sabine Sörgel 

Sabine Sörgel promovierte in Performance- und Medienwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz/Deutschland. 2003 führte sie field research mit der National Dance Theatre Company of Jamaica in Kingston durch, in der sie postkoloniale Identitätsdiskurse im Kontext der Politik des post-independence Nation Building untersuchte. Von 2008 – 2012 war sie Lecturer in Drama, Theatre and Performance an der Aberystwyth University in Wales, UK und erhielt von 2011-12 ein einjähriges Forschungsstipendium am Interweaving Performance Cultures Research Centre der Freien Universität Berlin. Von 2013-2019 war sie als Senior Lecturer in Dance and Theatre an der University of Surrey in Guildford, UK und Programmleiterin des dortigen BA Dance and Culture Programms tätig. Seitdem arbeitet sie frei als Forscherin, Dramaturgin und Autorin. Zu ihren Veröffentlichungen gehören u.a. Dancing Postcolonialism – The National Dance Theatre Company of Jamaica (2007), Dance and The Body in Western Theatre. 1948 to the Present (2015) und Contemporary African Dance Theatre: Phenomenology, Whiteness, and the Gaze (2020). Derzeit ist sie Research Fellow am Käte Hamburger Kolleg Global Dis:Connect an der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitet an einem Buchprojekt, das die Schatten der Globalisierung in zeitgenössischen politischen Krisen und Ereignissen betrachtet.

 

Tümay Kılınçel

Tümay Kılınçel ist u.a. Künstlerische Leitung, Tänzerin und Choreographin. Als Künstlerin interessiert Kılınçel der Prozess der Überwindung von Angst/Ängsten in Bezug auf Körper- und Bewegungsarbeit, die Macht-strukturen ausgesetzt sind. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Reflexion und Hinterfragung des europäischen und deutschen Tanzkanons. Außerdem geht es ihr um Empowerment für die Selbstbestimmt-heit von unterdrückten, stereotypisierten und rassifizierten Körpern. Kılınçels langjährige, künstlerische Recherchen beschäftigen sich mit dem so genannten „Bauchtanz“, um dahingehend den Tanzkanon zu hinterfragen und einen Entgiftungsvorgang des Materials durchzuführen.

 

Hari Krishnan (s.o.)

 

Melmun Bajarchuu, Moderation 

Melmun Bajarchuu bewegt sich in den Grenzbereichen von Kunst, Theorie und Politik als Denkerin, Diskurspartnerin und Kulturproduzentin. Sie arbeitet gerne machtkritisch in kollaborativen Prozessen und ihr besonderes Interesse gilt der Verwebung von Theorien und Praktiken im Kontext poststrukturalistischer, post- und dekolonialer sowie queerfeministischer Positionen. Sie engagiert sich u.a. in der Initiative für Solidarität am Theater für intersektionale Perspektiven und gerechtere Arbeitsbedingungen in den Darstellenden Künsten.

 

 

 

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24.06. – 26.06.2022 im schwere reiter

 

 

Das Team von CHAKKARs

 

Sandra Chatterjee                                                                                                                                                       

Sandra Chatterjee ist Choreographin und Wissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Performance- und Kultur- und Tanzwissenschaften, Gender, Migration und Postcolonial Studies. Sie arbeitet an den Überschneidungspunkten zwischen Theorie und künstlerischer Praxis. Seit 2018/2019 beschäftigt sie sich choreographisch und performativ mit Gerüchen, wie zuletzt in den Projekten SMELLS OF RACISM und SMELLS OF COEXISTENCE (beide 2021). Sie unterrichtet klassischen indischen Tanz (Bharatanatyam und Kuchipudi) und ist Gründungsmitglied der Post Natyam Collective, einer multinationalen, internet-basierten Koalition von Choreographinnen und Wissenschaftlerinnen, war Ko-Organisatorin der Integrier-Bar München (2011-2013) und des 7hoch2// Festival für zivile Auftragskunst in Salzburg (2017). Zu ihren aktuellen Projekten zählt u.a. die Organisation der Plattform CHAKKARs- Moving Interventions  (www.chakkars.de) und das Forschungsprojekt „Border – Dancing Across Time“ (FWF P 31958-G) an der Universität Salzburg. Von 2020 bis 2022 ist sie Teil der internationalen Austausch- und Produktionsplattform FREISCHWIMMEN.

 

Sarah Bergh                                                                                                                                                                  Nach Presse- und Organisationsarbeit am Theater und in der Produktion für Tanz- und Performance-festivals, ist sie seit 2002 selbstständig mit ihrem Büro bergh kultur- und kunstprojekte. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Bildungsarbeit und den Themen Diversity, Diskriminierung und Empowerment. Sie kuratiert kontinuierlich Vermittlungskonzepte für Museen im Dekolonisierungskontext und künstlerische Formate. Seit 2015 ist sie im Fachdienst Politische Bildung am Pädagogischen Institut – Kommunales Bildungsmanagement des Referates für Bildung und Sport der LH München tätig. Fortlaufend moderiert sie künstlerische und kulturpolitische (Diskussions-) Veranstaltungen.

Ariadne Jakoby ist aufgewachsen in München und im Umland des Starnberger Sees tanzte bereits von klein auf. Um das Tanzen zur beruflichen Profession zu machen, absolvierte sie direkt nach ihrem Abitur 2012 eine Ausbildung zur diplomierten Tanzpädagogin an der Iwanson International School of Contemporary Dance in München. Seit dem Abschluss 2015 unterrichtet sie alle Altersstufen in zeitgenössischen Tanzformen mit viel Humor und Leidenschaft. Durch den familiären Hintergrund einer Großmutter, die als mit einem Anwerbeabkommen von Kreta nach München kam, war sie – allein durch ihren Namen – seit jeher konfrontiert mit Fragen von Identitäten, Herkunft, Fremdbildern und Stereotypen und auch den Umgang damit in Deutschland. Einen geisteswissenschaftlichen Zugang dazu erhielt sie durch ihr Studium der Empirischen Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilian Universität München. Im Februar 2020 absolvierte sie dieses mit einem Bachelor of Arts.

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