Münchner Tanzgeschichten – München Tanzt, Aber Wie?

Tanzgeschichten aus der Stadt der Vielen

2. Mai 2022 bis 29. Mai 2022
Ausstellung/ Videoinstallation
Galerie Einwand
Kostenfrei

München ist eine Stadt der Vielen. Doch was bedeutet das mit dem Blick auf die zeitgenössische, lokale Tanzkultur der Stadt? Diese Fragen beschäftigen Sandra Chatterjee und Sarah Bergh, Gründerinnen der Plattform CHAKKARs – Moving Interventions mit Unterstützung von Ariadne Jakoby. Unter dem Motto ‘München tanzt, aber wie?’ sammeln seit einigen Jahren jene Münchner Tanzgeschichten, die in der Stadt zwar für Bewegung sorgen, aber in der öffentlichen Wahrnehmung kaum sichtbar sind: Tanzende und Tänze, die gemeinhin als “anders”, “fremd”, “exotisch”(gelabelt werden, obwohl sie die (zeitgenössische) Tanzkultur der von Migration geprägten Stadt wesentlich mitkonstituieren. Sandra Chatterjee,  Sarah Bergh und Ariadne Jakoby suchen daher jene Menschen auf, die in München mit Leidenschaft tanzen, in der Münchner Tanzgeschichte aber nicht vorkommen. Das noch junge Archiv von CHAKKARs enthält derzeit unter anderem acht Videointerviews, in denen TänzerInnen, die sich seit vielen Jahren passioniert verschiedensten Tanzformen widmen, ihre Tanzgeschichten erzählen und zeigen: von Swing über Flamenco, indischem Tanz, karibische Tänze, Kabuki, “Bauchtanz” oder La Marinera, – sie alle zeigen die schillernde, Münchner Tanzkultur auf ganz besondere Weise.

Von Montag, den 02.05.2022 bis Sonntag, den 29.5.2022 gibt die Galerie Einwand Einblicke in die Arbeit von CHAKKARs – Moving Interventions. Zu sehen sind mehrere Videointerviews mit Münchner Tänzer*innen. Darüber hinaus will das Team von CHAKKARS während er Installation weitere Münchner Tanzgeschichten suchen. Alle weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Installation Münchner Tanzgeschichten – München Tanzt, Aber Wie? werden auf der Homepage des Münchner Stadtmuseum unter Veranstaltungen bekannt gegeben.

Ein Kooperationsprojekt des Münchner Stadtmuseums: Galerie Einwand und CHAKKARS – Moving Interventions.

***
„CHAKKARS“ sind schnelle Drehungen, Spins, vor allem bekannt aus der Technik des klassischen nordindischen Kathak. CHAKKARs machen schwindlig, CHAKKARs wirbeln Dinge durcheinander. Sie können desorientieren und Umwege einfordern.. CHAKKARs – Moving Interventions ist eine Plattform, die Räume schaffen will, in denen BIPoC, postmigrantische, dekolonisierende, kritische, intersektionale, antirassistische und kritisch-weiße Perspektiven in und durch Tanz, Körper und Körperkulturen verhandelt werden können.

 

Sandra Chatterjees choreografische und wissenschaftliche Arbeit ist an der Schnittstelle von Theorie und Praxis angesiedelt und befasst sich mit Performance, Tanz und dem Körper, wobei der Schwerpunkt auf Gender-, postkolonialen und Migrationsstudien liegt. In ihrer künstlerischen Arbeit ist sie daran interessiert, Sinne einzubeziehen, die normalerweise beim Tanz nicht im Vordergrund stehen, wie etwa der Geruch – zuletzt mit SMELLS OF RACISM und SMELLS OF COEXISTENCE.  Derzeit ist sie Teil des Forschungsteams des vom FWF geförderten Projekts Border Dancing across Time (P 31958-G) an der Universität Salzburg. Sie ist außerdem Gründungsmitglied des Post Natyam Collective und Mitinitiatorin und Mitorganisatorin von CHAKKARs – Moving Interventions.  Für 2020-2022 wurde sie als Künstlerin der internationalen Austausch und Produktionsplattform FREISCHWIMMEN ausgewählt.

Sarah Bergh studierte Pädagogik, Psychologie und Theaterwissenschaften. Nach mehr als zehn Jahren als Disponentin und Bookerin am Theater und im Produktionsmanagement für verschiedene Theater-, Tanz- und Performancefestivals ist sie seit 2002 mit ihrem Büro für die Konzeption und Realisierung von Kunst- und Kulturprojekten (berghkuk.de/freispiel.info) selbständig. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der politischen Bildung, mit den Themen Migration und Diversity Education, Menschenrechte, Diskriminierung/Rassismus, Dekolonisierung und Selbstbehauptung/Empowerment. In diesem Zusammenhang hat sie gemeinsam mit öffentlichen und privaten Partnern, Stiftungen und Künstlern zahlreiche Bildungsprojekte für junge Menschen entwickelt. Seit 2015 arbeitet sie in der Abteilung für politische Bildung am Pädagogischen Institut / Referat für Bildung und Sport der LH München.

Ariadne Jakoby aufgewachsen in München und Umland, tanzte bereits von klein auf. Um das Tanzen zur beruflichen Profession zu machen, absolvierte sie direkt nach ihrem Abitur 2012 eine Ausbildung zur diplomierten Tanzpädagogin an der Iwanson International School of Contemporary Dance in München. Seit dem Abschluss 2015 unterrichtet sie alle Altersstufen in zeitgenössischen Tanzformen mit viel Humor und Leidenschaft. „Alle können tanzen!“ ist dabei ihre grundlegende Motivation. Durch den familiären Hintergrund einer Großmutter, die mit einem Anwerbeabkommen aus Kreta nach München kam, war sie – besonders durch ihren Namen – seit jeher konfrontiert mit Fragen von Identitäten, Herkunft, Fremdbildern und Stereotypen und auch den Umgang damit in Deutschland. Einen geisteswissenschaftlichen Zugang dazu erhielt sie durch ihr Studium. Im Februar 2020 absolvierte sie ihren Bachelor of Arts im Fach Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians Universität München. Seit Oktober 2021 ist sie Studentin für Soziale Arbeit an der Hochschule München.  Zusätzlich unterstützt sie in unregelmäßigen Abständen Die Färberei und das Köşk in München.

***
Scroll up